Was ist Kopi Luwak?

Ein indonesischer Kaffee, dessen Verarbeitung im Magen eines wildlebenden Tieres beginnt. Was das in der Tasse tatsächlich bewirkt.

Der Name

Auf Indonesisch heisst kopi Kaffee, und luwak bezeichnet den Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus), einen katzengrossen nachtaktiven Säuger, der in ganz Südostasien vorkommt. Im Deutschen sind auch Katzenkaffee oder Schleichkatzenkaffee gebräuchlich.

Daneben findet man die Schreibweisen kopi luak oder civet coffee. Auf den Philippinen heisst ein vergleichbares Produkt alamid, in Vietnam cà phê chồn. Nur indonesischer Kaffee darf zu Recht Kopi Luwak heissen.

Was in der Bohne geschieht

Der Musang frisst nicht die Bohne, sondern das süsse Fruchtfleisch der Kaffeekirsche. Der von der Pergamenthaut geschützte Kern durchquert den Verdauungstrakt in etwa zwölf Stunden und kommt unversehrt wieder heraus.

Dabei geschehen zwei Dinge. Erstens eine Auswahl: Das Tier pflückt ausschliesslich vollreife Kirschen — eine Selektion, die maschinell unmöglich und von Hand kaum erreichbar ist. Zweitens eine Umwandlung: Proteolytische Enzyme und die Magensäure bauen jene Proteine der Bohne teilweise ab, die beim Rösten die Bitterkeit erzeugen.

Die entstandene Rohbohne ist glatter, oft dunkler, und ihre Fermentation hat bereits begonnen. Publizierte Analysen zeigen einen leicht tieferen Protein- und Koffeingehalt als bei klassischem Arabica desselben Anbaugebiets.

Verkostungsprofil

Körper
Voll, sirupartig, langer Nachhall
Säure
Tief — die Signatur des Produkts
Bitterkeit
Deutlich reduziert
Leitaromen
Kakao, Karamell, geröstete Haselnuss
Nebenaromen
Feuchte Erde, Holz, milder Tabak, gelegentlich dunkle Früchte
Abgang
Weich, ohne Adstringenz

Dieses Profil entsteht bei mittlerer Röstung — der einzigen, welche die enzymatische Arbeit erhält. Eine dunkle Röstung würde genau das auslöschen, wofür man bezahlt. Zu unseren Zubereitungsempfehlungen.

Warum das Produkt selten ist

Die weltweite Jahresproduktion an echtem Kopi Luwak bewegt sich im Bereich einiger hundert Kilogramm — gegenüber rund zehn Millionen Tonnen Kaffee aller Herkünfte. Ein erfahrener Sammler bringt in der Saison einige hundert Gramm Bohnen pro Nacht zusammen, ausserhalb der Saison gar nichts.

Diese Seltenheit hat eine direkte Folge: Der grössere Teil der weltweit unter diesem Namen verkauften Ware ist entweder gefälscht oder stammt aus Käfighaltung. Das ist der wichtigste Punkt vor einem Kauf und Thema unserer Seite zur Echtheit.

Häufige Fragen

Ist Kopi Luwak hygienisch?

Ja. Die Bohnen werden unmittelbar nach dem Sammeln mit klarem Wasser gewaschen, an der Sonne getrocknet, geschält, sortiert und anschliessend bei 200 bis 230 °C geröstet. Diese Temperatur eliminiert Mikroorganismen. Das Endprodukt unterliegt denselben Anforderungen wie jedes andere in die Schweiz importierte Lebensmittel.

Wie schmeckt er wirklich?

Weich, sehr säurearm, mit dichtem Körper und einem Kakao-Abgang. Wer lebendige, florale äthiopische Kaffees liebt, findet hier das Gegenteil. Wer runde, schokoladige Kaffees sucht, findet eine Extremversion davon.

Enthält er weniger Koffein?

Etwas weniger. Die Verdauungspassage senkt den Koffeingehalt gegenüber derselben unverdauten Bohne um rund 10 bis 20 Prozent. Ein entkoffeinierter Kaffee ist er nicht.

Kann man ihn täglich trinken?

Nichts spricht dagegen, doch Seltenheit und Preis machen ihn eher zum Anlasskaffee. Die meisten unserer Privatkunden trinken einige Tassen im Monat.