Tierwohl: was wir ablehnen

Der kommerzielle Erfolg des Kopi Luwak hat eine Käfighaltungsindustrie hervorgebracht. Daraus kaufen wir nicht. Warum, und wie wir es prüfen.

Das Problem, klar benannt

Mit dem Aufstieg des Kopi Luwak zum begehrten Luxusprodukt begannen Betriebe, wildlebende Musangs einzufangen, in Drahtkäfige zu sperren und ausschliesslich mit Kaffeekirschen zu füttern. Recherchen von Tierschutzorganisationen, aufgegriffen von internationalen Medien, haben enge Käfige, Gitterböden, einseitige Ernährung, Stereotypien und hohe Sterblichkeit dokumentiert.

Wir wollen diesen Befund nicht relativieren: Er trifft zu und betrifft einen erheblichen Teil des Weltmarkts. Jedes Haus, das Kopi Luwak verkauft, schuldet dazu eine Erklärung.

Warum Käfighaltung auch das Produkt zerstört

Es gibt ein ethisches und ein geschmackliches Argument, und beide weisen in dieselbe Richtung.

Die Qualität des Kopi Luwak beruht vollständig auf der Auswahl durch ein freies Tier, das nur vollreife Kirschen frisst und seine Nahrung mit Insekten und Früchten ergänzt. Ein Musang im Käfig, zwangsernährt mit allem, was kommt — auch unreifen Kirschen —, wählt nichts mehr aus. Sein durch die einseitige Ernährung gestörtes Verdauungssystem bewirkt nicht mehr dieselbe enzymatische Umwandlung.

Kaffee aus Käfighaltung ist damit zugleich das Produkt einer Tierquälerei und ein mittelmässiger Kaffee zum Preis eines Ausnahmeprodukts.

Unsere Einkaufskriterien

Ausschliesslich Wildsammlung
Keine Charge aus Käfighaltung, ohne Ausnahme und ohne Toleranz
Sammler benannt
Name des Sammlers oder der Kooperative vor dem Kauf zwingend
Sammelgebiet
Genaue Lage, in offener Plantage oder am Waldrand
Plausible Mengen
Ablehnung jedes Lieferanten, dessen Mengen mit Wildsammlung unvereinbar sind
Lücke in Kauf genommen
Lieber eine Nichtverfügbarkeit melden als mit einer Charge aus Haltung auffüllen

Was wir nicht behaupten

Uns gehören keine Plantagen und wir leben nicht in Indonesien. Unsere Kontrolle beruht auf der Auswahl der Partner, auf Belegpflicht, auf Besuchen unserer Ansprechpartner vor Ort und auf der Ablehnung zweifelhafter Chargen. Das ist ein ernsthaftes Vorgehen, aber keine universelle unabhängige Zertifizierung.

Wenn Ihnen diese Offenheit nicht genügt, verstehen wir das: Es gibt hervorragende indonesische Kaffees aus klassischer Ernte, und wir verweisen Sie gerne darauf. Schreiben Sie uns.